Einkaufen mit beiden Mädels war bei uns schon fast eine Strafe. Anfangs sind die lieben Kleinen ja ganz niedlich in ihrer Babyschale beschäftigt oder gucken interessiert nach den ganzen bunten Farben, Lichtern und Menschen. Sobald sie aber mobil werden sind sie selbstverständlich auch im Supermarkt kaum mehr zu bremsen.

Schnell habe ich irgendwas in den Wagen geworfen, hauptsache zügig wieder raus aus dem Laden. Meine Tochter schleppte alles möglich an und dann wurde über jedes Teil lang und laut diskutiert, ein einfaches „Nein“ nicht akzeptiert. Ich glaube wir hatten schon alles dabei, heulen, schreien, wegrennen, auf dem Boden liegen bis fremde Leute Hilfe anbieten (Lassen Sie mein Kind da liegen!) bis hin zu großen Augen, langes Bittebittebitte… Puh.

Am einfachsten ist es natürlich man lässt sie zuhause, oder schafft es in der kinderfreien Zeit, oder schickt den Mann. Aber Männer und Einkaufslisten sind auch irgendwie schwierig, oder? Eine zeitlang haben wir es geschafft, dass immer nur einer gefahren ist aber dann hat es sich wieder eingeschlichen und ich dachte nur, dass muss doch auch anders gehen!

Und so habe ich über die Zeit ein paar Strategien entwickelt die für uns wunderbar funktionieren und würde mich freuen, wenn sie auch euch helfen der nächsten Einkaufstour entspannter entgegenzusehen:

Tipp 1: Habe eine, nein 2 Listen

Okay, dass ist sicher kein neuer Tipp für dich, vor allem um in deinem Einkaufsbudget zu bleiben: Nur einkaufen mit Liste, im besten Fall vorher noch einen Wochenplan erstellt mit der Übersicht zu den jeweiligen Mahlzeiten und was alles benötigt wird. Und dann nur einkaufen, was auf der Liste steht. Unsere Kleine (1,5) sitzt ja noch relativ friedlich im Einkaufswagen, blöd nur, wenn ich auf mein Handy schauend (ich habe eine App statt Papierliste) durch die Gänge laufe während die Große (5) vor- und zurückläuft und immer wieder alles Mögliche anschleppt und wir über jedes Teil diskutieren müssen.

Was ist denn, wenn sie eine eigene Liste bekommt? Denn im Grunde will sie ja nur das machen, was ich auch mache: Im Laden rumlaufen und Sachen aus den Regalen in den Wagen packen… Was ist denn, wenn ich sie einfach einbinde und ihr eine Aufgabe gebe?

Ihr habt sicher auch Dinge auf euren Einkaufslisten stehen, die für Kinder einfach zu erreichen sind und im schlimmsten Fall nicht kaputtgehen. Bei uns sind das Dinge wie Nudeln, unser vegetarischer Aufschnitt, Konserven, Taschentücher, Klopapier, Küchenrolle, Müsli, … Da sie noch nicht lesen kann, malen wir alles mit kleinen Bildchen auf und schreiben die Anzahl in Punkten dahinter die sie einfach abzählt.

Am Ende gehen wir ihre Liste durch und zur Belohnung darf sie sich z.B. ein Eis für alle aussuchen. Die Bedingung dafür bei uns ist tatsächlich, dass sie nicht mehr aussucht und in den Wagen packt als auf ihrer Liste steht. Klappt bisher ganz prima und sie ist mega stolz alleine loslaufen zu dürfen.

Tipp 2:  Hab immer ein paar Bausteine in der Tasche/Auto

Bei uns war gerade das Alter rund um die 1,5 – 2 besonders schwierig. Die kleinen Mäuse verstehen noch nicht, dass sie lieber sitzen bleiben sollten weil dann alles viel schneller und einfacher geht, für uns. Und mal ehrlich, so richtig laufen lassen kann man sie einfach nicht in einem Laden.

Was hilft? Ablenkung jeglicher Art! Wahrscheinlich geht es euch ähnlich aber sowohl in meiner Handtasche als auch in unserem Auto finden sich immer ein paar Bausteine die beliebig oft zusammen und wieder auseinandergesteckt werden können. Habe ich mal nichts dabei ist auch oft mit einem Brötchen oder einem Snack geholfen. Und ja, diesen nehme ich oft auch direkt aus dem Regal. Über die Kasse geht dann eben nur die Verpackung.

Tipp 3: Mann muss mit

Nimm doch mal deinen Mann mit! Nein im Ernst, geteiltes Leid ist halbes Leid, einer hakt die Liste ab und der andere bespielt die lieben Kleinen und geht eben schon mal Äpfel abwiegen oder Joghurt aussuchen.

Dann kann er doch auch mit den Kindern zuhause bleiben? Sicher, aber vielleicht habt ihr gemeinsam sogar ein bisschen Spaß an einem Regentag? Und danach kann z.B. gemeinsam gekocht werden.

Statt Mann kann natürlich auch eine Freundin, deine Mutter oder Schwiegermutter herhalten. Alle müssen doch irgendwann mal einkaufen gehen.

Tipp 4: Wenn nicht, dann nicht

Heute geht es so gar nicht? Du hast keine Geduld, die Kinder sind müde und quengelig und wollen nur nach Hause? Dann lass es. Ich habe mir schon so oft den Stress angetan, mal eben nach dem Kindergarten noch einkaufen zu fahren. War so praktisch, liegt auf dem Weg, alle sind angezogen und im Auto. Das waren unsere schlimmsten Touren! 

Für solche Tage haben wir immer eine Mahlzeit zuhause, bisschen Tiefkühl Suppengemüse mit asiatischen Nudeln z.B. eignen sich prima um in Form einer Nudelsuppe eine Mittags- oder Abendmahlzeit zu ersetzen für die man sonst erst in den Laden gemusst hätte. Eine Packung Toast in der Truhe, super, irgendwas findet sich schon für drauf.

Was aber wenn Klopapier dringend fehlt? Wie wäre es mit einer Notfallrolle in der hintersten Ecke des Schranks? Nimmt jetzt auch nicht ewig viel Platz weg und wird natürlich mit der nächsten Einkaufstour wieder aufgefüllt.

Tipp 5: Vermeide die Stoßzeiten und lass dir Angebote mitbringen

Wenn der Laden voll ist fängt der Stress schon bei der Parkplatzsuche an. Vermeide (ich weiß, dass es nicht immer geht) wenn möglich daher Zeiten wie Angebotstage, Wochentags ab 16:00 Uhr oder den Samstagvormittag. 

Du willst aber unbedingt den 2,- € günstigeren Kaffee? Oder die Gummistiefel für die Kinder? Dann lass dir diese Sachen doch mitbringen. Sicher kennst du jemanden der auch etwas kaufen möchte, frag doch einfach mal.

Also nochmal zusammengefasst:

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Einkaufsstress oder schafft ihr das mal eben nebenbei? Liste oder frei Schnauze? Ich freue mich auf eure Kommentare und sicher habt ihr auch den ein oder anderen Tipp! Schreibt ihn auch gerne hier unten mit rein.

Eure Judith