Heute ist irgendwie ein guter Tag. Kennt ihr das? Ihr habt einfach das Gefühl es läuft gerade obwohl gar nicht so viel passiert ist? Ich habe gute Laune obwohl ich schon um 5:45 Uhr heute Morgen aufgestanden bin und die Nacht mit der Kleinen sehr unruhig war (genau wie die letzten davor überings auch schon…). Aber vielleicht ist es gerade das frühe Aufstehen heute gewesen, ich habe schon so viel geschafft und das wiederum gibt mir die Motivation weiterzumachen. Ein positiver Teufelskreis sozusagen.

Ich habe viel über das Thema Verschwendung nachgedacht und hatte auch im Urlaub Zeit dazu das Ganze mal mit etwas Abstand zu betrachten. Wir sind mit dem Wohnwagen unterwegs gewesen und lustigerweise kommt man auf so beengtem Raum plötzlich mit viel weniger Kram aus. Mit weniger Spielzeug, mit weniger Kleidung, mit weniger Vorräten, mit weniger Ablenkung. Und jetzt wieder zuhause wage ich mich daher zuerst an mein Allerheiligstes: Meinen Kleiderschrank!

Schon mal was von Capsule Wardrobe gehört? Hier eine kurze Einführung, sonst überspring diesen Absatz einfach. Geprägt hat den Begriff „Capsule Wardrobe“ Susie Faux, Inhaberin der Boutique „Wardrobe“ im London der 70iger Jahre. Ihre Idee war es ein paar wenige klassische Kleidungsstücke im Schrank zu haben die dann mit saisonalen Teilen kombiniert werden können. Populär wurde das Ganze auch durch die New Yorker Designerin Donna Karan, die 1985 eine Kollektion von sieben miteinander kombinierbaren Kleidungsstücken herausgab (Quelle: Wikipedia).

Das will ich ausprobieren! Meine Theorie ist sowieso, dass wir zu 80% immer dasselbe anziehen. Passend zum aktuellen Sommeranfang, wettermäßig jedenfalls, ist es gerade total sinnvoll mal auszumisten und aufzuräumen. Meine Hoffnung ist dann auch einfach schneller und effektiver im Morgentrubel etwas zum Anziehen zu finden (mega Zeitverschwendung!) was vielleicht nicht immer nach „Ich bin ne Mutti, ich brauch es praktisch!“ schreit. Darf ja ruhig auch mal was Nettes sein fürs Office.

Es gibt noch ein paar „Regeln“ nach denen man seine Gardrobe zusammenstellen sollte, kann ja bei Bedarf jeder nochmal nachlesen. Ich möchte es etwas anders gestalten von der Vorgehensweise, das sind mir zu viele analytische Schritte und Entscheidungen die ich nicht an einem Nachmittag mal eben treffen kann. Mein Ansatz ist da etwas pragmatischer und vertraut auf meiner intuitiven Selbsteinschätzung in welchen Stücken ich mich wohl fühle:

Also ausgeräumt das ganze Kleiderschrank-Ding und alle Kleidungsstücke sortiert nach Art auf dem Dachboden gestapelt. Der Dachboden wird für die nächsten 6 Wochen meine Kleiderkammer sein. In 6 Wochen sollte ich alle möglichen Tragegelegenheiten mal durchhaben. Puh, das wird umständlich werden weil ich ja jetzt für jedes Anziehen zunächst auf den Dachboden stiefeln muss um mir etwas rauszusuchen. Aber mit der Zeit wird die Kleidung ja in den Umlauf gelangen, die Gänge auf den Dachboden weniger und meine Kleidung ausgesuchter.

Die dann gewaschenen Anziehsachen landen wieder in meinem Schrank und dürfen auch angezogen werden. Der Sinn ist ja nach Ablauf der 6 Wochen nur noch das im Schrank zu haben was mir so gut gefällt, dass ich es zumindest 1x getragen habe. Undzwar nur noch solche Kleidung!

Oh, ich bin schon ganz gespannt was ich euch in 6 Wochen berichten kann! Und ich habe mir eine richtig tolle Belohnung für mich selbst ausgedacht: In meinem Schrank klebt eine Liste und immer wenn mir auffällt das vielleicht etwas nicht mehr passt, nicht mehr schön ist oder sogar fehlt, kommt es drauf. Und in 6 Wochen ist dann Shopping angesagt!! Natürlich in Maßen, das Ding soll ja nicht wieder überquellen…

Habt ihr ein Aufräumsystem? Wo würdet ihr anfangen? Gibt es einen Bereich in eurer Wohnung, eurem Haus, eurem Leben der euch schon lange stört weil es so unordentlich ist und viel Zeit verschwendet? Braucht ihr einen Ansporn um Dinge durchzuziehen? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Mein Mann und die Kinder sind überings auch noch dran, die wissen aber noch von nichts.

Eure Judith
(die jetzt erstmal ihre Kleidung auf den Dachboden bringt)